Weniger Konflikte mit der Gewaltfreien Kommunikation?
Wünschst Du Dir manchmal ein Leben ohne Konflikte – so wie andere sich Schokolade ohne Kalorien wünschen? Konflikte sind oft unbequem, manchmal sogar bedrohlich. Wir wollen sie am liebsten vermeiden – oder möglichst schnell vom Tisch haben.

Ich habe früher geglaubt, dass die Gewaltfreie Kommunikation (GFK) wie ein Schutzschild wirkt: ein paar einfühlsame Worte und hokuspokus – keine Konflikte mehr.
Heute weiss ich: Das funktioniert so nicht. Konflikte gehören zum Leben.
Aber: Die GFK hat komplett verändert, wie ich Konflikte erlebe – und das macht für mich den entscheidenden Unterschied.
Früher: Konflikte als Dauerschleife im Kopf
Früher haben mich Konflikte oft tagelang beschäftigt. Ich habe die Situation immer und immer wieder im Kopf durchgespielt, meinen Mann damit behelligt – bis er es nicht mehr hören konnte. Und wenn er dann versuchte, sich in die andere Person einzufühlen, brachte mich das nur noch mehr in Rage. Am Ende blieb ich oft frustriert zurück.Heute: Mit GFK schneller zu Klarheit
Heute ist das anders. Wenn es «im Bauch grummelt», weiss ich, dass es Zeit ist, innezuhalten und mit mir selbst in Kontakt zu gehen. Bevor ich mit dem Gegenüber spreche, will ich verstehen, welche Bedürfnisse bei mir gerade unerfüllt sind.Sobald ich das weiss, werde ich wieder handlungsfähig. Und wenn ich bei mir angekommen bin, habe ich oft auch die Kapazität, mich in die Perspektive der anderen Person zu versetzen.
Bevor ich einen Konflikt anspreche, erinnere ich mich bewusst daran: Beide Seiten handeln aus einer guten Absicht heraus – nämlich, Bedürfnisse zu erfüllen.

Praxisbeispiel: Klarheit statt Groll
Vor einiger Zeit wurde in einer Zusammenarbeit eine klare Absprache nicht eingehalten. Vor ein paar Jahren hätte ich mich tagelang geärgert und mein Vertrauen in die Person wäre ins Wanken geraten.
Dank der Gewaltfreien Kommunikation gehe ich heute anders vor: Ich spüre erst einmal hin – «Worum geht es mir?» – in diesem Fall um Verlässlichkeit, Miteinander und Wertschätzung. Mit dieser Klarheit spreche ich die Situation an: «Mir ist wichtig, dass ich mich auf unsere Vereinbarungen verlassen kann. Was ist bei Dir los, dass es nicht geklappt hat?»
Es stellte sich heraus: Kein böser Wille, sondern ein Missverständnis. Wir konnten klären, wie wir künftig noch klarer kommunizieren – und das Vertrauen blieb bestehen.
Weniger verletzende Auseinandersetzungen, mehr echte Begegnungen
Die GFK hat nicht die Zahl der Konflikte reduziert – sie hat aber verändert, wie ich Konflikte erlebe:
- Ich bin schneller bei mir selbst und klar in dem, was mir wichtig ist.
- Ich nehme mein Gegenüber nicht sofort als «Gegner», sondern als Mensch mit eigenen Bedürfnissen wahr.
- Ich gehe mit mehr innerer Ruhe und weniger Drama in die Klärung.
So entstehen weniger verletzende Auseinandersetzungen – und mehr echte Begegnungen.
Mein Fazit: Konflikte müssen nicht belastend sein
Mit der GFK habe ich nicht weniger Konflikte, aber ich erlebe sie heute konstruktiver, menschlicher und weniger belastend. Das ist für mich ein grosser Gewinn – für meine Beziehungen, meine Arbeit und mein eigenes Wohlbefinden.
Vielleicht wirst Du nicht alle Konflikte lieben– aber Du könntest erleben, dass sie Dir nicht mehr so sehr den Frieden rauben. Und das ist ein wunderbarer Anfang. Findest Du nicht auch?
Möchtest Du die GFK Schritt für Schritt in Deinen Alltag integrieren?
Ich begleite Dich gern in einem persönlichen Coaching oder in einem unserer Seminare – hier erfährst Du mehr: www.tcco.ch oder +41 (0)44 500 99 00.Weiterführende Artikel:
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